Die Kunst des Liebens

Um zur Kunst des Liebens zu gelangen ist es unumgänglich den Begriff Kunst zu erörtern.

Das Wort Kunst bezeichnet im weitesten Sinne jede entwickelte Tätigkeit, die auf Wissen, Übung, Wahrnehmung, Vorstellung und Intuition gegründet ist (Heilkunst, Kunst der freien Rede). Im engeren Sinne werden damit Ergebnisse gezielter menschlicher Tätigkeit benannt, die nicht eindeutig durch Funktionen festgelegt sind. Kunst ist ein menschliches Kulturprodukt, das Ergebnis eines kreativen Prozesses.

Das Wissen um die Liebe ist die Summe der Erfahrungen im Leben.

Zu lieben oder nicht zu lieben ist ein Akt der Entscheidung, welche davon abhängig ist wie die Liebe in der eigenen Biographie gefühlt und erlebt wurde und wird.

Liebe steht für sich , als das ” Sein ” Liebe ist allgegenwärtig !

Wenn die Liebe im Sinne der Kunst eine Übung ist so ist es an uns die Meisterschaft auf uns zu nehmen .

Was ist der unbezahlbarste Besitz jedes fühlenden Wesens? Wenn es die Wahl hätte, alle Reichtümer dieser Welt oder sein “Sein”, sein “Bewusstsein” zu besitzen, das ihm das Gefühl gibt, lebendig und anwesend zu sein und ohne das sein Körper nur ein Kadaver wäre, was würde es wohl wählen? Ganz offensichtlich wäre ohne Bewusstsein kein Reichtum dieser Welt für dieses fühlende Wesen von Nutzen. Dieses Sein, diese bewusste Anwesenheit ist das Sein jedes fühlenden Wesens auf Erden, die Seele des gesamten Universums. Demzufolge kann tatsächlich Dieses-Hier-Jetzt, diese bewusste Anwesenheit, nichts anderes sein als Gott. Es ist das, was man mehr liebt als alles andere, da es in seiner Abwesenheit kein Universum und keinen Gott gäbe. Das ist Anwesenheit-Liebe-Gott. Und Johannes war sich dessen bewusst, als er sagte “Gott ist Liebe…”. Es ist völlig klar, dass er nur gemeint haben kann, dass er (Johannes) und Er (Gott) als Noumenon, als reine Subjektivität, voneinander nicht verschieden sind. Und so “lebte er”. Verankert in dieser bewussten Anwesenheit, die Gott und die Liebe ist, “in Gott und Gott in ihm”. (aus: Sri Nisargadatta Maharaj in Ramesh S. Balsekar, “Pointers”).

So liegt die Meisterschaft darin unsere Erfahrungen und Erkenntnisse, im Zusammenleben mit anderen auf eine Ebene zu bringen die frei von Angst ist. Dazu gilt es zu unterscheiden von natürlicher Furcht oder seit Jahrtausenden konditionierter Angst.

Im Gegensatz zur Angst ist die Furcht meist rational begründbar und wirklichkeitsgerecht. Wogegen die Angst ein Produkt der erlebten Situationen, der dabei empfundenen Gefühlen und dem damit verbundenem Schmerz, in den meisten Fällen ein Trauma auslöst, welches den Menschen in ständiger Angst hält.

Es gibt erleuchtende und maßstabsetzende Augenblicke in unserem Leben, in denen wir etwas erfahren, das uns in der Tiefe berührt und von Grund auf erschüttert. Da ist etwas, auf das wir hinhorchen und dem wir gehorchen und treu bleiben müssen, und dies, obwohl, ja gerade weil das hier Erlebte «unerhört» ist und von unserem rationalen Ich eigentlich nicht zugelassen werden kann. So gibt es Augenblicke, in denen die Angst vor einer Vernichtung wich, als wir sie annahmen. Und beglückt und erschüttert fühlen wir ein Unzerstörbares in uns, das in seiner Fülle und Kraft ein neues Lebensbewusstsein begründet – und ein neues Vertrauen wachst auf.

Es gibt andere Augenblicke, in denen wir durch einen Widersinn dieser Welt in die tiefste Verzweiflung gerieten, es aber vermochten, das Unbegreifliche zu akzeptieren, und dann gerade im Unbegreiflichen einen tieferen Sinn in uns spürten. Die vordergründige Ordnung der Wirklichkeit, in der wir mit unserem Verstande erkennen und wirken, ist plötzlich übergriffen und durchwaltet von einer anderen, deren tieferer Sinn eben dort, wo wir mit unserem Verstande am Ende sind, aufklingen kann. Dann kann ein schöpferischer Glaube an das Leben und seinen Sinn gerade dort erstmalig aufgehen, wo der sich auf Beweise stützende Glaube an Sinn und Gerechtigkeit dieser Welt zerbrach. Ähnliches können wir erfahren, wenn uns ein Schicksalsschlag in der Welt in völlige Verlassenheit wirft. Der Mensch ist dialogisch gebaut und kann in Isolierungen nicht leben. Er braucht den Partner; er sucht die Geborgenheit in menschlicher Gemeinschaft und Liebe. Wo das Leben ihm das verwehrt oder nimmt, kommt er an eine Grenze, an der er glaubt, eingehen zu müssen. Doch beugt er sich dann, nimmt er es hin, durchstößt er die Verhärtung, mit der ihn das Alleinseinmüssen bedroht, und gibt er sich nach innen anheim, dann kann er erfahren, daß ihn eine unbegreifbare Macht auffängt und, indem sie ihn umfängt, ihn zugleich allseitig öffnet. Verlassen in der Welt, fühlt er sich aus einem Oberweltlichen heraus allseitig verbunden und in Liebe geborgen.

(aus dem Buch ” der Alltag als Übung  v. Karlfried Graf Dürckheim )

So liegt die Meisterschaft darin, eigene konditionierte Ängste aufzulösen und  neuen Umgang, mit sich selbst und dem Gegenüber,  aus dem Herzbewusstsein heraus zu verändern und neu zu erfahren.

Ich möchte mit den  Worten schließen: “Lasst uns wahrhaft Meister werden” und dem Zitat aus dem Film Ghandi :

„Wenn ich verzweifelt bin, sag ich mir immer wieder, dass in der Geschichte der Weg der Liebe und der Wahrheit immer wieder gesiegt hat. Es mag Tyrannen und auch Mörder gegeben haben, die so schien es manchmal unbesiegbar waren, aber irgendwann wurden sie doch gestürzt. Denke immer daran, immer wenn du bezweifelst, dass der Weg, den du gehst Gottes Weg ist, der Weg, den er für uns vorher bestimmt hat, denke daran und dann versuch in seinem Glauben zu leben.“

Quelle: Die Kunst des Liebens | Angelika von Schwarzach

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