self-control2So viele Gedanken und Handlungen drehen sich um die Idee des “Ichs” und “Michs”. Wir mögen Dinge denken und fühlen wie, ich bin hässlich, ich bin schön, ich bin erfolgreich, ich bin ein Misserfolg, ich bin würdig, ich bin wertlos, ich will dieses, ich will jenes, ich bin zuversichtlich, ich bin ängstlich, und so weiter. Doch inmitten all der vielen Dualitäten, kann keine dauerhafte Freiheit gefunden werden. Aus ein und denselben Gründen fühlen Sie sich den einen Tag schön und den anderen hässlich. Wie Alan Watts sagte einmal: Dieselben Wahrnehmungen, die Sie für ein Gefühl der Sicherheit verwenden, sind die Wahrnehmungen, welche Unsicherheiten verewigen. Wollen Sie frei sein, oder weiter im Kreis rotieren, die richtigen Dinge an den falschen Stellen suchen? Es kommt alles zurück auf das ‘Ich’ und ‘Mich’.

PERSONALITY-BRAIN-facebook.jpgVon dem Moment der Geburt an, werden wir trainiert Persönlichkeiten zu entwickeln, bzw uns in Persönlichkeiten zu ver-wickeln! Unser Kindes-Geist kopierte die Aktionen der Erwachsenen um uns herum, da wir in einer Welt hinein geschmissen wurden, die auf Trennung und Verzerrung ausgelegt ist und mit einem inneren System ausgestattet wurden, welches zum größten Teil durch Unsicherheiten aufgebaut wurde. Als sich unser Verstand entwickelte, nimmt er den Egoismus und die psychologische Konditionierung der Menschen um uns herum auf. Wir wurden zu einer Person mit einem Körper, Rasse, Geschlecht, Nationalität und einer ganzen Reihe von Erwartungen und Identifikationen. Dieser bedingte Sinn der Identität, in welchem der grösste Teil des modernen Zeitalters funktioniert, ist sehr beschränkt. Wenn Ihr Identitätsgefühl auf den Körper und Verstand beschränkt ist, dann sind das die Grenzen zum Frieden und Glück. Wenn Sie denken, Sie seien die Summe Ihrer Erfahrungen, der Erzählungen, die Sie selbst erstellt haben, dann befinden Sie sich innerhalb der Grenzen Ihres Verstandes. Diese beschränkte Wahrnehmung des Selbst berücksichtigt keinen ausgebreiteten Sinn der Identität, sondern bewegt sich ausschließlich innerhalb der Konditionierungen!


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Achten Sie auf die Art und Weise wie Sie sprechen, wie Sie denken und wie Sie sich konkret schildern. Sprechen Sie ausgehend von einem Gefühl der Identität mit Ihrem Körper? Ist Ihr Identitätsgefühl an etwas gebunden? Dies sind wichtige Fragen, wenn wir wirklich die wahre Herkunft dieser “Ich” Entität verstehen wollen. Und an diesem Punkt werden die alten spirituellen Lehren des Yoga relevant: Der Teil von Ihnen, welcher sich in dieser Welt manifestierte, ist nur ein kleiner Teil von Ihnen, um sich in dieser Welt zu erfahren! Ihr Körper ist untrennbar mit der Luft und dem Wasser dieses “Planeten”, aber auch mit der Energie der Sonne verbunden. Ihre Existenz ist daher abhängig von diesem ganzen Universum. Die Yogis glauben, es gibt eine Dimension unseres Seins, die nicht geboren wurde. Es ist Ihr Wesen, Ihre Kernexistenz, die im Hintergrund vibriert, und dem jede Wahrnehmung, Gedanken, Erfahrungen oder Emotionen zugeleitet werden.


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Der Zen-Meister Thich Nhat Hanh erklärte einst: Wenn Sie sich erstmal gewahr darüber werden, dass es keine Trennung zwischen Ihnen-selbst und anderen gibt, dann können Sie die Vorstellung loslassen, dass Sie eine eigenständige “Person” sind. Eine Vor-stellung (Illusion), der Sie schon von klein auf an folgten, folgten mussten!


“Wissenschaft hat die Menschen schon vieles glauben gemacht: Die Erde sei eine Kugel und keine Scheibe; Zeit sei relativ und der Raum gekrümmt. Sah sich der Mensch einst von einem Gott in die Mitte des Kosmos gestellt, so driftet er heute am Rande der Milchstraße durchs Universum.”


“Das Ich ist eine Illusion, die niemandes Illusion ist”, und wenn wir das erkennen, wen wollen wir dann für die Handlungen eines Menschen verantwortlich machen? Was, wenn ein Verbrecher einfach behauptete, er sei niemand? – so ein Denkanstoß des Philosophen Thomas Metzinger


Auf der Suche nach einer neuen Perspektive

Jeder Glaube ist glühende Hoffnung und damit ein Vertuschen von Zweifel und Unsicherheit. (..) Die unwiderrufliche Hingabe an einen Glauben ist nicht nur intellektueller Selbstmord, sondern gerade heraus ein Unglaube, denn sie verhindert jegliches neue Begreifen oder Erkennen der Welt. Wirklicher Glaube muss eine Offenheit sein, ein Akt des Vertrauens ins Unbekannte.

Unser Ich-Gefühl ist im Grunde ein Scherz, im besten Fall nichts weiter als eine vorübergehende Rolle, die wir spielen oder mit der man uns abservierte. Natürlich mit unserem stillschweigendem Einverständnis, so wie jede hypnotisierte Person irgendwie auch einwilligt, hypnotisiert zu werden. Das am stärksten forcierte Tabu ist das der Selbsterkenntnis: Wer oder was sind wir hinter unseren Masken der angeblichen unabhängigen und isolierten Egos?

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Das Ich-Verständnis ist mit seiner Illusion der Individualität, des Abgeschiedenseins vom Rest des Universums so tief in unserer Sprache, den Institutionen und kulturellen Konventionen, aber auch in unserer naturgegebenen Wahrnehmung verwurzelt, dass wir gar nicht anders können, als unser Selbst als etwas oberflächliches und unverbundenes in unserem Modell des Universums zu verstehen. Der Clou besteht darin zu erkennen, dass wir nicht nur eng verwoben sind mit dem Rest des Universums, sondern dass es solch einen Rest erst gar nicht gibt: Wir sind das Universum. Und das gesamte Universum schaut zusammen mit Ihnen aus Ihren Augen!


Quelle: Die Illusion des “Ichs” in einer begrenzten Wahrnehmung des Selbsts | Denke-Anders-Blog

3 Gedanken zu “Die Illusion des “Ichs” in einer begrenzten Wahrnehmung des Selbsts

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