Es weihnachtet mal wieder

Weihnachtszeit – alle Jahre wieder, da wird die angebliche Geburt von Jesus gefeiert, die vermutlich eher zu einem anderem Zeitpunkt erfolgte. Die katholische Amtskirche begann erst im Jahre 336, den 25. Dezember als den Tag der Geburt von Jesus Christus anzumelden. Es war Kaiser Aurelian, der nachweislich als erster, den 25. Dezember im Jahr 274, als reichsweiten Festtag für die sogenannte “Sol Invictus” festlegte – die unbesiegbare Sonne. Der römische Sonnenkult stand damals grade in höchster Blüte.

imageDie frühen Christen begannen Parallelen hierzu zu ziehen und betrachteten “Christus als die wahre Sonne”. Das schien naheliegend, weil Christus ja als “das Licht der Welt” und “Lichtbringer” angesehen wurde. Und schon hatte Jesus eine “Geburtsurkunde” – so einfach kann’s gehen. Unser sogenanntes Weihnachtsfest mit gegenseitigem Beschenk Brauch gründet auf Martin Luther, der 1536 diese Idee als Alternative zur bisherigen Geschenksitte am Nikolaustag propagierte, um so das Interesse der Kinder auf Christus, anstelle der Heiligenverehrung zu lenken.

Wie bekannt sein dürfte ist der Sonnenkult keine spezielle römische Erfindung. Sonnenverehrungen gibt es seit sehr langer Zeit, die bis ins alte Ägypten, Babylon und Sumer zurückreichen und sich quer über die Welt verbreiteten. Diese Christianisierung alter Bräuche setzt sich munter durch alle möglichen kirchlichen Feste fort. Während die Winter Sonnenwende von Jesus besetzt wurde, bekam den Platz der Sommer Sonnwende Johannes der Täufer (Johannisfeuer). Bei der Wintersonnenwende erreicht die Sonne die geringste Mittagshöhe über dem Horizont, während sie bei der Sommersonnenwende ihren mittäglichen Höchststand über dem Horizont erreicht.

Mythologische Hintergründe der Sommer Sonnwende:

Laut Storl und anderen Kulturantropologen ist es ein spezielles Sonnenfest, wo der Sonnengott oder auch sein Stellvertreter, bei den Kelten z.B. der sogenannte “Eichenkönig” Belenos oder Baldur, einen rituellen blutigen Tod erleidet. Vielfach Enthauptung oder auch Zerfleischung. Im ganzen vorderen Orient werden die dortigen Sonnenkönige unter diesen Umständen rituell ermordet. Beispiele sind Dionysos, Mithras, Tamuzi oder Dumuzi, Nimrod, Enkidu, usw. Einer der ältesten Namen von Tammuz oder Nimrod war, als er gemäß der Mysterien zurückkehrte, nachdem er erschlagen wurde, interessanterweise “OANNES”.

Klingt ja wirklich ähnlich wie “JOHANNES”. In alten Schriften wird Nimrod mit Bacchus und damit mit Dionysos gleichgesetzt. Oannes wird auch “Fischgott” genannt und Bacchus wird eben auch “Ichtys, “der Fisch” genannt. Alles interessante Zusammenhänge, wo das heutige Fest ja von der katholischen Kirche mit Johannes dem Täufer verbunden wird, dem Vorläufer Christi. Johannes taufte mit Wasser. Jesus wurde mit dem Fisch assoziiert, der Menschenfischer…

Und auch Johannes der Täufer, wurde ja letztendlich enthauptet, wie seine vielen mythologischen Vorgänger. Die Tochter des Herodes verlangt nach einem überaus erotisch-ekstatischen Tanz als Belohnung den Kopf des Johannes auf einem goldenen Tablett – beides Sonnensymbole.

Während bei der Tagundnachtgleiche jene beiden Tage im Jahr gemeint sind, an denen der helle Tag und die Nacht gleich lange dauern, bezeichnen die Sonnenwende Tage jene maximale Deklination, welche die Sonne jedes Jahr zweimal erreicht: einmal nördlich und einmal südlich des Himmelsäquators. Der sozusagen hellste und dunkelste Tag eines Jahres.

Das Osterfest geht auf die Frühlings Tagundnachtgleiche, auf das “Fest der Morgenröte” zurück und nicht auf die “Auferstehung von Jesus Christus”. Die Personifizierung “der Morgenröte” wird im althochdeutschen Ostara genannt. Die Phönizier nannten sie Astarte (Ashtoreth). Altindisch Usra, Altgriechisch Eos, römisch Aurora.

Das Wort Ostern geht auf die indoeuropäische Sprachwurzel aus- zurück, welche “scheinen, glänzen, leuchten” bedeutet. Daraus entwickelte sich das germanische *aust-, altengl. ēast ,althochdeutsch ōstan, mit der Bedeutung “Osten”, die Richtung des Sonnenaufgangs, also dort, wo das Leuchten der Sonne beginnt, das Morgenlicht. Die Osterzeit ist folglich die ‘Morgenröte des Jahres’. Das Licht, das zur Wintersonnenwende (der ‘Mitternacht des Jahres’) geboren wird, wenn die Tage wieder länger werden, erfährt seine Auferstehung im Frühling, wenn am ‘Morgen des Jahres’, die Natur zu neuem Leben erwacht.

Weihnachtsmann und Tannenbäume

imageDer Weihnachtsmann in rot und weiß geht übrigens, trotz hartnäckiger Gerüchte NICHT auf die Coca Cola Company zurück. Die Figur wurde bereits 1863, durch den Karikaturisten Thomas Nast, für das Wochenmagazin Harper’s Weekly so gezeichnet. Er porträtierte Santa Claus mollig, lustig, mit langem Rauschebart zusammen mit dem Rentierschlitten auf einem Dach und legte sein heutiges Erscheinungsbild fest. Die genannten Beschreibungen und Darstellungen wurden von dem aus Schweden stammenden Grafiker und Cartoonisten Haddon Sundblom aufgegriffen.

Diesem wurde 1931 von der Coca-Cola Company der Auftrag zugesprochen, für eine Werbekampagne der Firma, den Weihnachtsmann zu zeichnen. Wirklich schade, ich habe diese Idee auch mal geglaubt und weiter verbreitet. Offensichtlich kann man Coca Cola viel vorwerfen, aber die Erfindung des Weihnachtsmanns geht nicht auf deren Kappe.

Alljährlich ziehen die Menschen aus und kaufen Tannenbäume, um sie zu schmücken und ihre Geschenke an Weihnachten drunter zu legen. Alleine für den deutschen Markt sollen 29 Millionen Tannen jährlich für den Weihnachtsbetrieb gefällt werden. Man stelle sich vor – wir bezahlen Menschen, die in den Wald gehen und lebende Bäume umhauen. Wir schmücken sie und singen “Oh Tannenbaum, wie grün sind deine Blätter”, während dieser einst lebendige Baum vor unseren Augen dahinsiecht und den wir dann auf den Müll werfen. Ja, ich weiß, ist unangenehm, dass so zu betrachten. Ist ja nicht so, als hätte ich selber nie welche gekauft.image

Mal abgesehen davon, dass Tannenbäume keine Blätter, sondern Nadeln haben. Das ist ein, wie ich meinen würde, durchaus überdenkenswerter Brauch. Ein Baum aus Plastik täte es doch auch. Im alten Rom sammelte man nur Zweige von Nadelbäumen und flocht Kränze daraus, weil sie als Schutz – und Glückssymbole galten, welche Unheil abhalten sollten. Grundsätzlich galten Bäume damals als ein Symbol des Lebens. Aber speziell Nadelbäume wurden als etwas besonderes angesehen, denn auch wenn keine Pflanze mehr blüht, sind die Nadeln dieser Bäume immer noch grün.

Als sich das Christentum immer mehr ausbreitete, wurden Bäume immer mehr mit dem Baum des Lebens an sich in Verbindung gebracht. Bäume galten als ein Zeichen des ewigen Lebens. Und so kam es dann, etwa um 1400 herum zu der Sitte, ganze Bäume zu schlagen und sie in die gute Stube zu zerren. Noch etwas später kam es zum schmücken der Bäume, um dem ganzen einen feierlichen Ausdruck zu verleihen.

Alles in Allem, nichts neues unter der Sonne. Andere Namen, dieselben Feste. Na schön, und? Bedeutet das jetzt, Weihnachten sollte man abschaffen, oder nicht mehr feiern? Manche Leute favorisieren das und nennen Gründe dafür, die von der Ansicht ausgehen, dass Weihnachten ein reiner Konsumterror geworden ist und Jesus komplett vergessen würde, bis hin zu der Idee, man könnte dadurch mehr CO2 sparen. Crazy people ..  O_o

Meiner Auffassung nach, wäre eine Abschaffung von Weihnachten überhaupt nicht hilfreich. Und mal abgesehen davon, dass mich eh keiner fragt, würden die Leute es sich auch nicht wegnehmen lassen. Weihnachten ist doch inzwischen mehr ein kulturelles Ereignis als ein religiöses geworden. Man zelebriert ein geselliges Zusammensein mit der Familie und den Menschen, die einem nahe stehen. Tauscht Geschenke aus, singt vielleicht, man lacht. Was soll daran falsch sein? Ja, klar ist es extrem kommerzialisiert, no na net, wir leben in einer kommerzialisierten Gesellschaft. So what?

Soll ich jetzt Firmen dafür verurteilen, weil sie mir Angebote unterbreiten? Ich kann die doch ablehnen. Wir sind erwachsen und wir selbst haben die Wahl, ob wir uns kommerzialisieren lassen, oder ob wir untereinander ausmachen, nichts zu schenken, oder vielleicht nur Kleinigkeiten austauschen. Ich habe mit meinen Leuten schon seit Jahren ausgemacht, wir schenken uns gegenseitig nichts. Tja, das ist ne nette Idee, aber funktioniert bei uns jedenfalls nicht wirklich. Jedes Jahr versichern wir uns ernsthaft, keine Geschenke mitzubringen, wenn wir uns sehen. Und jedes Jahr besorgt sich jeder irgendwelche Kleinigkeiten, die dann den anderen doch Freude machen. ^^

Aber was ist mit Jesus, sein Andenken geht doch dabei total unter?

imageWas soll mit ihm sein? Sollte dem Mann nicht endlich Ruhe in seinem Grab vergönnt sein, nach 2000 Jahren falsch verstandener Frömmelei? Ich würde es vielmehr für sehr gesund halten, wenn wir aufhören würden, an Ostern oder Weihnachten ständig Jesus hochzuhalten und einfach ein Zusammensein mit Familie und Freunden zu genießen. Ja, Jesus war ein großer Mann und all das. Aber ich bin mir sicher, er wäre mehr als happy, wenn wir endlich aufhören würden, ihn auf einen Sockel zu stellen, ganz zu schweigen davon, einen gefolterten und gekreuzigten Mann als Idol anzubeten und wenn wir uns endlich von unseren Knien erheben würden. Da können wir gleich alle aufgestiegenen Meister, Engel und den/die/das Schöpfer dazu zählen. Denen würde das bestimmt auch gefallen.

Es ist nichts falsches an Engeln, aufgestiegenen Meistern, Jesus oder dem/die/das Schöpfer. Aber solange wir hergehen und von denen verlangen, hoffen, betteln und anflehen, sie sollen uns doch bitte, bitte, bitte, unser Joch abnehmen und am besten alles Böse ultimativ vernichten, solange sitzen wir auf unserem Arsch und denken uns klein. DAS ist die Quelle der Macht ÜBER andere, die Opferhaltung. Nicht nur die organisierte Religion, Politik und sogar Wirtschaft nützt das weidlich aus.

Wir selbst und unsere tiefsitzende, innere Wertlosigkeit und die daran angeschlossenen Gedankenmuster, machen uns auch zu Spielbällen von astralen Wesen, die mächtig darüber erfreut sind. Diese innere Wertlosigkeit gründet sich auf der Angst, dass wir vielleicht nicht wert wären, geliebt zu werden. Was logisch betrachtet natürlich Unsinn ist, aber es gibt tiefe, alte, frühkindliche Prägungen in uns und Erlebnisse, die zu dieser Angst führten.

Wie wäre es, wenn man aufhören würde über Jesus zu reden, oder ein Mordsbrimborium draus zu machen, was er angeblich alles gemacht hat und selber zu versuchen, diesen Weg zu gehen? Man muss sich ja nicht gleich an ein Kreuz nageln lassen, aber jeder kann lernen seine Lehre zu beherzigen, die vor allem lautete, Liebe dich selbst.

Denn vorher kann niemand “seinen Nächsten” lieben. Und da haben wir wohl alle noch einiges dran zu knabbern. Sich selbst wirklich zu lieben, vollumfänglich anzunehmen, mit all dem Scheixx den man vielleicht erlebte, gehört zu einer der schwierigsten Aufgaben, zu der man sich auf der Erde verpflichten kann. Ich rede nicht davon, sich das vorzustellen oder einzureden, das beginnt man ganz konkret zu spüren, in seinem Körper. Und dafür muss man sich bewusst auf sich selbst einlassen.

Arbeit und Disziplin

Das sind die zwei Wörter, die in der spirituellen – oder Bewusstseinsszene nur wenige Menschen  erreichen. Sobald diese auftauchen schalten viele Leute ihr Bewusstsein einfach weg und einige fühlen sich unangenehm berührt. Ich habe die letzten Jahre mit aktiver Transformationsarbeit zugebracht und habe daraus gelernt, dass niemand ohne Disziplin und ohne persönliche Arbeit weiterkommt. Wer sich Selbst und seinem Innersten wirklich näherkommen möchte, der muss persönliche Anstrengungen in diese Richtung unternehmen. Dadurch tritt man in eine Phase ein, die Beziehung, die man mit sich selbst hat, in eine neue und höhere Ebene zu tragen. Klar, das ist innere Arbeit, das kriegt keiner einfach so geschenkt.

imageWenn man das nicht macht, dann wird man ewig nur weiter darüber reden, sich in Wunschphantasien flüchten und es bleibt alles beim alten. Man tut als ob, aber darunter fühlt man sich hilflos, ohnmächtig und klein. Die Mehrheit der Menschen, die zu Gott, Jesus, den Engeln, oder sonst jemanden beten, befinden sich in einer Opferhaltung. Dort der große Papa, der alles richten soll und angeblich allmächtig ist, und der kleine, ach so arme Mensch. Aber wie gut, dass man darüber reden kann, dann braucht man nichts tun.

Der Dalai Lama hat das kürzlich ähnlich adressiert, anlässlich dem Paris Attentat:

Im Interview mit der Deutschen Welle äußerte sich der Dalai Lama zu den Terroranschlägen in Paris. Und äußerte die Überzeugung, dass wir nicht Gott um Hilfe bitten sollten, sondern selbst für Frieden sorgen müssten – im Kleinen, in der Familie, im Alltag.

“Wenn wir Gewaltlosigkeit und Harmonie stärker betonen, können wir einen neuen Beginn einläuten. Ohne echte Anstrengungen, Frieden zu erlangen, werden wir weiterhin eine Wiederaufführung des Chaos’ sehen, das die Menschheit im 20. Jahrhundert erlebt hat. […]

Wir können das Problem nicht nur mit Gebeten lösen. Ich bin Buddhist und ich glaube an Gebete. Aber Menschen haben das Problem gemacht und jetzt bitten wir Gott, es zu lösen. Das ist unlogisch. Gott würde sagen, löst es selbst, denn ihr habt es geschaffen.”

Wir selbst sind für unsere Probleme verantwortlich

Das ist eine Nachricht, die verständlicherweise kaum jemanden schmeckt. Und sie gilt für das persönliche, wie globale Spielfeld. Das ist schwierig zu akzeptieren. Die Mehrheit der Menschen ist daran gewöhnt, die Schuld gerne bei anderen zu suchen und nicht bei sich selbst. Aber solange wir das nicht akzeptieren können, können wir auch nicht die Verantwortung dafür übernehmen. Doch erst dann, kann man sich von den alten Mustern oder Überzeugungen lösen und neue Strukturen kreieren.image

Akzeptanz für das, was in uns ist, was um uns ist und sogar dafür, was wir (noch) nicht ändern können, ist ein wichtiger Schlüssel zur Selbstermächtigung. Dann können wir die nächsten Schritte machen. Wenn wir’s nicht akzeptieren, verharren wir in Jammerei, in kleingeistiger Haltung und beklagen die Schwere des Lebens. Aber wir schaffen es nicht, uns davon zu lösen. Wenn wir nicht jede gottverdammte Schwäche (oder was wir dafür halten) in uns selbst akzeptieren, können wir uns nicht wohlfühlen.

Politische Probleme müssen durch politische Prozesse angegangen werden. Wirtschaftliche Probleme adressieren die Industrie und Produktionswirtschaft. Dort sind sie entstanden, nur dort sind sie zu lösen. Das bedeutet nicht, dass du persönlich dafür nichts tun kannst.

Wir alle sind in politische Prozesse mit eingebunden, wer beispielsweise nicht mehr wählen geht, weil geglaubt wird, wenn Wahlen was ändern würden, wären sie verboten, der bedient wissentlich, oder unwissentlich, Kräfte, die an einem schwachen Staat mit wenig Rückhalt in der Bevölkerung interessiert sind, und stärkt damit die Hintergrundmächte. Diese Idee – wenn Wahlen was ändern würden, wären sie verboten – ist ein Etikett, eine Schublade, ein reiner Mythos. Es entspricht nicht den Tatsachen, außer, man glaubt es. Und das unterstützt eine Opferhaltung, wo du denkst, du kannst eh nix ändern.

image.pngWir alle sind auch Konsumenten, wir geben wirtschaftlichen Kräften Einfluss und Macht, über die Dinge, die wir kaufen und konsumieren. Solange die Menschen jeden Ramsch kaufen, warum sollten diese Leute sich auch ändern? Da sind wir alle mitschuldig, ich selbst inklusive.

Gott, Jesus, die Engel, aufgestiegene Meister, whatsoever – keiner von denen wird unsere Probleme lösen. Das ist nicht deren, sondern unsere persönliche Aufgabe. Wir kriegen Unterstützung von diesen Ebenen, wenn wir es wünschen, aber bewegen müssen wir uns schon selbst. Wenn ich mich selbst verändern will, aber es ablehne, meinen Anteil daran zu sehen, dann kann ich nichts daran ändern.

Ich kann nur ändern, was auch zu mir gehört. Wenn ich aber anerkenne und akzeptiere, okay, das ist in mir, jenes und dieses Problem schleppe ich auch noch mit mir herum, all das gehört zu MIR, dann bin ich soweit, die Verantwortung darüber in meine Hände zurückzunehmen und kann aufhören mit dem beschuldigen von anderen Menschen, oder diversen Umständen.

Das ist ein Unterschied, ob ich mir ständig selber vorjammere, oje, ich habe so viele Probleme, ich bin ja so traumatisiert, ich bin ja so wertlos, oder ob ich das anerkenne und von dort aus dann Schritte übernehme, um dies zu ändern. Das eine demonstriert Opferhaltung und Ziellosigkeit, dass andere impliziert Kraft und Verantwortungsbereitschaft. Das eine lässt mich wie ein Fähnlein im Wind flattern, dass andere gibt mir die Energie, wieder in meine eigene Spur zurückzufinden und in Richtung meines persönlichen Nordens zu gehen. Doch zuerst muss ich mich so anzunehmen, wie ich nun einmal bin. Mit meinen Schwächen und Problemen, mit dem ganzen Rattenschwanz an Erfahrungen und Erlebnissen.

Niemand kann die Vergangenheit ändern, sie ist passiert, scheixx drauf! Aber ich kann die Gegenwart verändern und muss die Vergangenheit nicht ewig mit mir rumschleppen. Deswegen macht man Transformations – bzw. Integrationsarbeit.

Das bedeutet zwar nicht, dass die persönlichen Probleme keine Herausforderung sind, aber man kann dann beginnen, aktiv etwas dagegen zu tun. Wirkliche und tiefgreifende Bewusstseinsveränderungen sind nie einfach und man bekommt sie auch nicht geschenkt, man muss sie sich verdienen. Alles andere ist eine Illusion. Nein, ich mag das auch nicht besonders, ich musste so einige Ideen über Bewusstseinsveränderung und wie sie geschieht, auf den Müll werfen. Immer wieder erlebt man dabei Sterbeprozesse, wenn altes und unausgegorenes sich ablöst. Das ist Hardcore Arbeit und fühlt sich echt nicht so flauschig an.

Weihnachtszeit und Neujahr

Nun sind wir also in den letzten Tagen zum neuen Jahr. Grundsätzlich eine Zeit, in der man sich Gedanken darüber machen kann, ob man im neuen Jahr, weiter wie bisher machen will, oder ob man sich vornimmt, einiges zu ändern. Wie sieht das bei dir aus? Oder nerven dich diese Neujahrs Vorsätze, weil du sie bisher spätestens an Dreikönig wieder zum Fenster rausgeworfen hast? Am Anfang steht die Absicht und eine Vision, immer. Ein Wunsch, oder eine Vorstellung, wohin man sich entwickeln möchte. Nur keinen Stress aufkommen lassen, man könnte es ganz einfach beginnen. Etwa, indem man sich gegenüber Dankbarkeit öffnet. Ein Dankbarkeitstagebuch ist beispielsweise ne prima Idee.

Wofür können wir dankbar sein? Im Grunde genommen für fast alles. Jeder von uns besitzt unendlich viel Materielles und Immaterielles, über das er sich freuen könnte – wenn er so vieles nicht für selbstverständlich hielte, wie z.B. die Luft, die wir atmen, die Sonne, die unseren Planeten wärmt, ein Dach über dem Kopf, das Wunder am Leben zu sein. Dankbarkeit ist letztendlich eine anerkennende Aufmerksamkeit, die wir auf einen bestimmten Aspekt der Realität lenken und somit seine Existenz wohlwollend bestätigen.

Ein Grundprinzip im Leben lautet: das, worauf man seine Aufmerksamkeit richtet, wächst! Wir haben es also in unserer Hand. Wir können unsere Aufmerksamkeit auf die Schattenseiten des Lebens richten oder wir können unseren Blick für das Gute schulen, das wir tagtäglich ohnehin erleben. Wer dankt, erlebt die Welt anders, sieht sie mit ganz anderen Augen und erschafft dadurch ganz nebenbei auch noch eine andere Realität.

Nicht die Glücklichen sind dankbar.
Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.”

(Sir Francis von Verulam Bacon)

Man kann auch für alle schwierigen und herausfordernden Erfahrungen dankbar sein. Immerhin haben sie einen soweit gebracht, wo man jetzt ist. Es sind die Schwierigkeiten, die ich bewältigt habe, an denen ich gewachsen bin. Für alles im Leben gibt es mindestens zwei Perspektiven, wie man auf die Dinge schauen kann. Auf eine Weise, die mich schwächt, oder eine Art, die mich stärkt. Dankbarkeit gehört da definitiv zu letzterem.

2016 wird vermutlich auch ein anspruchsvolles Jahr werden, wie 2015 eines gewesen ist. Wir sind mittendrin in der Neuordnung der Dinge, wodurch alles mögliche herumgeschmissen wird. Wir alle werden immer mehr dazu gezwungen, uns zu dem zu bekennen, was in uns ist. Und werden dazu angetrieben, wir selbst zu sein und zu uns zu stehen. Wie gehabt, wird es chaotische, politische und wirtschaftliche, aber auch anstrengende, persönliche Situationen geben.

imageUnsere Gedanken, Emotionen und Gefühle werden einige Gelegenheiten bekommen, um Amok zu laufen und Achterbahnfahrten zu erleben. Um das anzunehmen, braucht man keine Rakete von Hellseher zu sein, ein Blick auf die alltäglichen Realitäten genügt dafür. Da sind noch ne Menge Dinge auszusortieren. Unser inneres Kind wird vielleicht Angst bekommen, deswegen ist es vielleicht das wichtigste im kommenden Jahr, uns gut um das Kind in uns zu kümmern.

Das ist deswegen wichtig, weil eine gute Verbindung zu unserem inneren Kind, die Lebendigkeit in uns stärkt. Und weil dort die Quelle unserer Verletzlichkeit liegt. Aber auch das spontane, sensible, leichte und spielerische in uns, auch unsere Begeisterungsfähigkeit und Neugier sind damit verbunden. Wenn der Erwachsene in uns und das innere Kind in Kontakt sind, dann be-eltern wir uns selbst und fühlen nicht mehr so stark den Drang nach Bestätigung und Anerkennung von außen und können besser mit unserer Verletzlichkeit umgehen.

Natürlich möchte niemand verletzlich erscheinen, das ist ja so uncool. Wir versuchen das zu vermeiden, da geht’s mir nicht anders wie allen anderen. Wir fragen ungerne um Hilfe, wir tun so, als ob uns die Dinge nichts ausmachen – und dadurch verhärten wir und frieren immer mehr ein. Doch Tatsache ist, wir sind verletzlich – immer wieder, weil wir in einer Welt voller Verletzlichkeiten leben. Nur wenige Leute scheinen auf die Idee zu kommen, dass in der Verletzlichkeit auch große Kraft liegt, weil es uns mit anderen Menschen verbinden und unsere Herzen öffnen kann.

Die Sozialwissenschaftlerin Brené Brown ist so jemand. Ihre Ergebnissen aus 10 Jahren Forschung zu den Themen Scham und Verletzlichkeit haben erstaunliches hierzu zu Tage gefördert. Sie erforschte zwischenmenschliche Verbindungen – unsere Fähigkeit für Empathie, Zugehörigkeit, Liebe. In einem früheren Beitrag habe ich ihre Arbeit bereits vorgestellt. Ich denke, die guten Dinge sind wiederholenswert, grade an dieser Stelle und vielleicht guckst du dir ihr Video nochmal an, dass ich am Ende des Artikels einbinden werde, auch, wenn du es vielleicht schon kennst.

Liebe Leserin, lieber Leser – damit soll es nun genug sein. Ich wünsche euch allen ein fröhliches, leichtes Weihnachten. Ein erholsames, freundliches Zusammensein mit euren Familien und Freunden.

Until next time same station ..

Quellennachweise:

https://de.wikipedia.org/wiki/Weihnachten

http://www.jahreskreis.info/files/sommersonnenwende.html

http://matriarchat.info/uebergaenge/ostern-fest-der-morgenroete.html

http://www.lohas-pr.de/denkfabrik/182-das-fest-der-liebe-so-leider-noch-kein-fest-fuer-die-zukunft

http://www.markenlexikon.com/coca-cola-weihnachtsmann.html

http://www.dw.com/de/dalai-lama-nach-den-attentaten-nicht-auf-hilfe-von-gott-oder-den-regierungen-warten/a-18853649

http://www.sueddeutsche.de/leben/weihnachtsmann-coca-cola-ach-was-1.281759

https://catherineburggraf.wordpress.com/2015/01/12/dankbarkeit/comment-page-1/

http://www.aphorismen.de/zitat/108653

Quelle: Es weihnachtet mal wieder | THE INFORMATION SPACE

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