Werkzeugausgabe – Wandel der Anschauung

Ich dachte gerade über ein Merkmal nach, mit dem man (möglicherweise) zwischen Alt und Neu zu „unterscheiden“ vermag – als ein Werkzeug der Systemanalyse.

Systemanalyse beschäftigt sich mit der Betrachtung von Prinzipien eines Systems, aus denen sich wahrgenommene Auswirkungen, Systemexistenz und -funktion ergeben. In der Regel werden diese Prinzipien „geschützt“, weil ihre Veränderung zur Systemveränderung an sich führt. Beim Einzelnen sind dies seine Konditionierungen, mit denen er aufwuchs, die in der Regel in der Familie „implementiert“ wurden/ werden und nach denen er in der Tat im Miteinander „funktioniert“.

Bei der Beobachtung von Akteuren ist nicht selten deren Wunsch, etwas „Neues“ schaffen zu wollen, förmlich ins Gesicht geschrieben und nicht selten gefüllt mit wohlklingenden Worten und Euphorien. Das ist alles gut und richtig für jene, die dies für gut und richtig erachten. Jeder kann ja nur so, wie er kann.

Und so findet man sich zusammen, um gemeinsam „etwas“ bewegen zu wollen. Doch nach einigem Hin und Her stellt sich heraus, dass sich die Bewegung daraus ergibt, dass sich Inhalte und Argumente wiederholen (mehr des Selben) und an einem bestimmten Punkt der kollektive Gedanke zu Ende ist oder (verordnet) verdrängt wird.

Die künstlich geschaffene Systemgrenze einer oder mehrer Konventionen.

Dies, da ab diesem Moment das bisher Erkannte – klassisch es im „Entweder oder“ betrachtend – „zu Ende“ sein könnte und die Unsicherheit wieder Einzug hält, derer man sich bisher in der Gruppe (illusorisch) zu entziehen vermochte. Aus diesem Grunde klammert man sich in der Regel an dem, was man sich mühevoll erarbeitet hat fest. Es beginnt mehr und mehr die Verteidigung.

In der Regel würde sich jedoch nur die Bedeutung des Erkannten wandeln. Der eigentliche Wandel ist ein Wandel der Anschauung, hin zu einer neuen Weltanschauung.

Nicht selten wird es jedoch ignoriert (und führt so zunehmend zu einer Psychose). So ist ein zunehmender Druck auf die „Genossen und Genossinnen“ nicht verwunderlich, bis…

Vielmehr lohnt sich bei der Beobachtung von Akteuren und Gruppen darauf zu achten, ob sie sich im Gegensinne des Gleichnisses „Esau und Jakob“ zu entfalten gedenken oder sich weiter im Muster der Konventionen des Bisherigen – des ewig Gestrigen – bewegen, die eine „göttliche“ Beteiligung wieder nahezu ausschließt. Und sich das „göttliche Wort“ eher wie Geblase und Worthülsen anhört, um wiederum nur das Altbekannte tun zu wollen.

Das Muster, was sich dahinter bewegt, ist beruht zum Teil auf Informationsunterlassung, um „andere“ vor möglichen Veränderungen „schützen“ und so gleichzeitig die eigene (erarbeitete) Position in der Gemeinschaft bewahren zu wollen (Ich spreche hierbei von Verhaltensmustern der gewohnten, hierarchischen Ordnung, in der sich in der Regel bewegt wird, da die erzeugenden Denk- und Verhaltensmuster des Einzelnen geflissentlich von ihm „übersehen“ werden.).

Dies, während sich so mancher anschickt, ein „Vorgesetzer“ sein zu wollen, um nur künstlich geschaffene und kollektiv vereinbarte, künstliche Prinzipien zu propagieren, um über andere fortlaufend! zu „befinden“ oder diesen Zustand sichern, bzw. manifestieren zu wollen.

Der Trugschluss liegt darin, dass es keinen Vertrag zwischen Menschen gibt, der auf Dauer funktioniert, wenn die wirkenden Prinzipien aller Vertragspartner nicht hinterfragt sind. Und sich die Erkierer wieder den Auserkorenen in die Hände begeben. An dieser Stelle bewegen sich die Teilnehmer sofort! in der alten und vergehenden Ordnung.

Solange du grundsätzlich jemanden beauftragst, der (stets) darüber befindet, was für deine eigene Entwicklung! „gut und richtig“ sein soll, an den zusätzlich ein Betreuungvertrag geknüpft ist, bewegst du dich im alten System. Auch gilt hier das weitgefasste Prinzip: „Du bist und fühlst dich nur solange frei, solange das, was du tust den Betreuungsauftrag des anderen nicht gefährdet.“

Begründet wird die Existenz der Vorgesetzenfunktion in der Regel mit Argumenten: „Die anderen wären… oder „Die anderen würden ja sonst… und „Die anderen hätten…“, „Die anderen müssten ja…“ und „Die wären ja nicht soweit…“ und „Man müsse sich ja schließlich, weil gerade die anderen ja so wären…“ usw.

Mag man die Frage stellen, was sie wirklich selbst können und für Fähigkeiten sie mitbringen und ob dies mit ihren propagierten Vorstellungen im Einklang steht.

„Am ihrem Tun wird man sie erkennen.“

„Tun und beschäftigt sein sind zwei paar Schuhe.“

Solange die Bereitschaft der schrittweisen Hinterfragung jeglicher! Konventionen nicht weit genug geht, verniedlicht oder schlichtweg außen vor gelassen wird, kann man getrost von einem Beschäftigungsszenarion ausgehen, da es im Kern um die Selbsthinterfragung des Einzelnen geht – die Arbeit an sich selbst. Die ist im Übrigen mit einem „Ich habe alles darüber gelesen“ nicht einfach mal eben vom Tisch zu fegen.

„Der Verstand hält sich für schlau, doch das Gefühl in der Beobachtung trügt.“

Letztlich leiten sich die Vorgesetzten-, Aufseher- und Betreuer-Verhalten von einem Grundmuster ab, was sich in deren Frage begründet: „Und was ist mit mir, wenn ich nicht mehr gebraucht werde?“

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