In der Stille liegt die Kraft – Kontrolliere „Deine“ Gedanken

Am Morgen nach meiner Iboga-Reise hatte ich ein mich faszinierendes Erlebnis. Ich wachte auf und hatte etwa drei Minuten lang keinen einzigen Gedanken. Da lag ich in meinem Bett, war einfach nur und dachte nicht. Ich fühlte, wie sich mein Körper in die Matratze schmiegte, ich hörte das Blut durch meine Adern strömen und spürte die Bewegung meines Brustkorbs, der sich in einem angenehmen Rhythmus hob und senkte. Dann durchbrach der erste Gedanke die wunderschöne Ruhe: “Wow, so fühlt sich also Stille an!”. Noch etwa eine Stunde lang lag ich im Bett, genoss diese Erfahrung und versuchte möglichst wenig zu denken.

Wahrnehmung im Hier-und-Jetzt

Dann stand ich auf. Völlig gelassen und ungetrieben, wusste ich zuerst gar nicht so recht, was ich nun tun sollte. Schließlich entschloss ich mich, spazieren zu gehen. Ich drehte mir eine Bio-Fluppe und ging vor die Türe, während der Morgen anbrach. Nach dem Überqueren von zwei Straßen, fand ich mich in einem kleinen Park in der Nähe meiner Wohnung wieder. Ich zündete mir die Zigarette an, sah und ging. Ich rauchte, sah und ging, nicht mehr und auch nicht weniger. Zum ersten Mal, so mein Eindruck, sah ich die Bäume und anderen Pflanzen, den Fußweg und die Menschen, die sich im Park aufhielten. “Ohne” einen Schleier, der meine Sicht sonst zu trüben schien, nahm ich die Umgebung wahr. Sie war so echt, so rein, so schön. Voller Kraft strömten die Wahrnehmungen auf mich ein. Ich ging ganz geschmeidig, alles fühlte sich sehr weich an. Ich spürte jeden Schritt, jede Bewegung meines Körpers und wie meine Schuhe auf dem Untergrund abrollten. So bewusst im Hier-und-Jetzt war ich so lange meine Erinnerung zurückreicht nicht gewesen. Vielleicht hatte ich solche Erfahrungen auch als Kind schon gemacht, dann aber zumindest ohne es jetzt noch zu wissen.

Dieses Bewusste Einfach-nur-Sein war für mich ganz neu. Es mag vielleicht banal klingen, aber es war wundervoll. Jetzt verstehe ich auch, warum fernöstliche Lehrer zumeist so großen Wert darauf legen, im Hier-und-Jetzt zu leben. Was für mich noch vor kurzem nicht so recht nachvollziehbar war und mir eher wie eine Floskel anmutete, weiß ich nun zutiefst zu schätzen! Seitdem gelingt es mir alle paar Tage, mein Bewusstsein in die Nähe eines solchen Zustands zu manövrieren.

Die meiste Zeit meines Lebens bin ich jedoch noch nicht voll und ganz im Hier-und-Jetzt. Das ist zwar schade, aber in Ordnung, denn ich schaffe es immer öfter und länger. Es erfordert Übung, wie so vieles im Leben. Sich darin zu üben, seine Gedanken los- beziehungsweise ziehen zu lassen, ist gar nicht so leicht. Das ist aber auch kaum verwunderlich, so doch die allermeisten Menschen in unserem Kulturkreis nie dazu angeleitet, nicht einmal dazu ermutigt worden sind, im Alltag zu meditieren. Deshalb möchte ich das an dieser Stelle tun. Bitte probiere es aus! Du wirst schon sehr bald die ersten Erfolge erzielen und merken, welche Kraft in der Stille liegt!

Es gibt noch viele andere Dinge, zu denen wir befähigt sind. Zum Beispiel können wir unsere Chakren bewusst öffnen und durch sie Gottes Liebe strömen zu lassen, Energiefelder (Auren) sehen und vieles mehr. Davon bin ich überzeugt. Jedoch am Anfang dieser Dinge steht immer die Stille. Nur derjenige, der “nicht” denkt, kann seine Aufmerksamkeit statt auf das Denken auf andere Dinge richten, kann sich und seinen Körper in diesen Momenten besser kontrollieren.

Gedankenschleifen und Ohrwürmer

Ihr werdet es sicherlich kennen: Die gleichen Gedanken kehren manchmal immer wieder und laufen in Schleife. Es können einzelne Sätze sein, die wiederholt werden, Bilder oder Bewertungsvorgänge des Verhaltens anderer oder auch des eigenen. Und dann gibt es noch eine andere Form der Gedankenschleifen, die ich mittlerweile als sehr tückisch und viel weniger harmlos als allgemein vermutet, empfinde: Den Ohrwurm. Auch, wenn ihm, so es sich um das gedankliche oder auch tatsächliche Singen beispielsweise eines Refrains handelt, das Wiederholen von Sätzen innewohnt, erlebe ich den Ohrwurm als noch penetranter und schwieriger zum Schweigen zu bringen. Seit meinem Treffen mit Mr. Iboga meditiere ich täglich auf meine eigene Art und Weise, lasse gezielt Energie durch meinen Körper fließen und erzeuge “aus dem Nichts” positive Emotionen. Mal klappt es besser, mal schlechter. Nun weiß ich, warum es manchmal eben nicht so gut funktioniert. Der Grund sind die kreisenden, wiederkehrenden und ohnehin völlig nutzlosen Gedanken. Etwas ein-, zwei- oder vielleicht auch dreimal zu denken, mag angebracht und förderlich sein. Es kann einen vorwärts bringen, Pläne zu durchdenken, statt sich einfach gedanklich unvorbereitet in bestimmte Situationen zu begeben. Doch das Wiederholen von zumeist nebensächlichen oder gar negativ dem eigenen Wesen gegenüber ausgerichteten Gedanken kann sehr blockierend, energieraubend, stimmungstrübend und somit schädlich sein.

Beispiel: Mein Sieg über den Ohrwurm

Vor einigen Tagen saß ich draußen und beobachtete einige Menschen und meine Umgebung, während ich versuchte Liebe zu empfinden und von meinem Herzen ausgehend durch meinen Körper strömen zu lassen. Es funktionierte überhaupt nicht und das frustrierte mich. Doch dann merkte ich, dass ich unbewusst ständig ein Teil eines Liedes in Gedanken “sang”. Es war die immergleiche Stelle eines Lieds, das in irgendeiner versteckteren Windung meines Hirns doch recht subtil in Schleife lief. Ich versuchte diesem kleinen fiesen Ohrwurm den Garaus zu machen. Ein Mal versuchte ich ihn zu stoppen und er kam zurück. Das zweite Mal brachte ich ihn schon etwas schneller zum Schweigen und blieb von ihm einige Sekunden länger verschont. Doch auch das zweite Mal klopfte er wieder an und “sang”. Ich sammelte meine Kraft und verbannte ihn mit dem dritten Versuch endgültig aus meinen Gedanken. Anschließend hatte ich eine starke, wohlige Gänsehaut. Sie hielt sehr lange an, verschwand kurz, nur um sich einige Sekunden später wieder einzustellen. Darauf hin kam und ging sie in abflauender Intensität über einen Zeitraum von einigen Minuten. Noch nie hatte ich eine so langandauernde und starke Gänsehaut empfunden. Und das, weil ich einen Ohrwurm bewusst besiegte?

Das fand ich schon etwas merkwürdig. Mir wurde dann aber klar, dass es eine gar nicht so unbedeutende Erfahrung war. Schließlich war ich danach wieder sehr gut in der Lage, meine Emotionen und Gedanken im allgemeinen unter Kontrolle zu halten und Energie fließen zu lassen. Ich ging wieder sehr weich, nachdem ich aufgestanden war und fühlte mich ziemlich in “meiner Mitte”, im Frieden. Selbst die kleinsten Gedankenschleifen sowie harmlos anmutende Ohrwürmer können einen Menschen ganz schön in Schach halten. Sie können seine eigentlichen mentalen und emotionalen Fähigkeiten in Ketten legen. dessen bin ich mir jetzt bewusst und Gott sehr dankbar, dass ich diese Lektion endlich gelernt habe!

Alltagsmeditation und Konzentration

Die allermeisten von uns denken ständig. Dass das gar nicht so gut ist, ist jedoch nur den wenigsten Menschen bewusst. Mir war es jedenfalls nicht klar. Zwar hatte ich schon desöfteren gehört, wie hilfreich es wohl sei, “den Kopf einfach mal abzuschalten”, ernsthaft gezielt versucht hatte ich es aber nicht. Als ich es vor einiger Zeit probierte, gelang es mir auf Anhieb nicht wirklich. Und so verließ mich meine Disziplin diesbezüglich umgehend, was wohl auch daran lag, dass ich nicht im geringsten um die Vorteile der Gedankenstille wusste. Jetzt kenne ich die Kraft der Stille, weil ich sie erlebte, ohne sie das erste Mal bewusst herbeigeführt zu haben. Welch “Glück”!🙂

Gelegenheiten zum Üben der Gedankenstille

Meditieren macht Spaß, weil es uns ausgleicht und sich stärkend auf Körper und Geist auswirkt. Daher versuche ich nun so oft ich kann, eine gedankliche Leere zu erzeugen. Man kann sie Schritt für Schritt zu seinem nahezu ständigen Begleiter machen. In abgeschwächter Form meine ich mit Stille auch das freie Vorüberziehenlassen von Gedanken. Dabei kommen sie zwar auf, man spinnt sie aber bewusst nicht fort oder wiederholt sie, sondern lässt sie wie “auf Wolken sitzend” einfach vorbeiziehen.

Letztlich bringt die volle Konzentration auf das, was man tut, automatisch den Zustand der Gedankenstille mit sich. Jede Tätigkeit, außer logischerweise die des Denkens, kann so besser gemeistert werden. Als positiver “Nebeneffekt” stellt sich nach einer gewissen Zeit zumeist eine Verbesserung der Gesundheit, der mentalen Stärke, der emotionalen Stabilität und relativ frühzeitig eine erhöhte Zufriedenheit sowie Glücklichkeit ein. Ich meditiere besonders gerne bei folgenden Gelegenheiten:

  • Gehen: Wenn man versucht, einfach nur zu gehen, wird man sehr schnell feststellen, dass in uns ein steter Strom an Gedanken fließt. Nicht selten fließt dieser Strom auch im Kreis. Dann wird er besonders überflüssig bis gar schädlich. Einfach nur zu gehen, ohne dabei an Gedanken festzuhalten – Das heißt, sie kommen, aber auch sofort wieder gehen zu lassen oder besser noch gar nicht erst aufkommen zu lassen – ist gar nicht so leicht. Aber die Übung macht den Meister!🙂
  • Zuhören während Unterhaltungen: Wie oft habe ich wohl jemandem beim Sprechen zugehört und eigentlich doch nicht richtig hingehört, weil ich innerlich gleichzeitig an irgendetwas (belangloses) gedacht habe? Oft habe ich währenddessen unbewusst versucht, vorwegzunehmen, was mein Gesprächspartner mir gleich sagen werde. Das ist nicht nur einerseits im Grunde unhöflich, sondern andererseits auch einfach daher unangebracht, weil man so “nur die Hälfte mitbekommt”.
  • Spülen/Putzen/Saugen: Bei im Haushalt anfallenden Arbeiten zu meditieren, reinigt nicht nur den Geist, sondern lässt diese bei vielen Menschen unbeliebten Aufgaben gleich viel angenehmer werden.
  • Musikhören: Beim Hören von Liedern, die ich gut kenne, einfach nur zuzuhören, ohne innerlich oder auch laut mitzusingen, fällt mir besonders schwer. “Gerne” nehme ich gedanklich vorweg, was im nächsten Moment gesungen werden oder wie sich die Melodie fortsetzen beziehungsweise welcher Melodiewechsel vollzogen werden wird. Dabei entdecke ich selbst in Liedern, die ich schon Hundertemale hörte, Neues, sobald ich wirklich einfach nur hinhöre.
    Während meiner Iboga-Forschungsreise hörte ich auch Musik. Iboga machte es mir sehr leicht, sie einfach nur zu hören. Konzentrierte ich mich voll und ganz auf die Musik, wurde sie langsamer. Ich dehnte quasi die Zeit, weil meine gesamte Konzentration auf nur auf diese eine Tätigkeit gerichtet war. Zog ich hingegen einen Teil meiner Konzentration ab, beschleunigte sich das Lied wieder. Und so machte ich mir eine gewisse Zeit lang einen Spaß daraus, Lieder leiern zu lassen.😉

Stille und Gedankenkontrolle

Gralstafeln in Rot und Blau

Gralstafeln in Rot und Blau

Probiere es, wenn du möchtest, in Alltagssituationen zu meditieren und so oft wie möglich voll und ganz Herr deiner eigenen Gedanken zu sein! Wenn du lernst, deine Gedanken zu kontrollieren und eine Stille in dir zu erzeugen, wirst du sehr bald fast wie von selbst auch deine Emotionen besser im Griff haben. Du wirst merken, dass du keineswegs deinen Gedanken und Gefühlen hilflos ausgeliefert bist. Ganz im Gegenteil, du kannst sie immerzu beherrschen, was dir die Kraft geben wird, vieles viel besser zu können, harmonischer zu leben und glücklicher zu sein.

Zusätzlich zu dem beschriebenen Kontrollieren von Gedanken und Gefühlen in Alltagssituationen, tut es mir sehr gut und bringt meine diesbezüglichen Fähigkeiten schneller zur Fortentwicklung, wenn ich mich ein oder mehrere Male täglich hinsetze oder -lege und bewusst höre, fühle, meine Gedanken beobachte oder versuche Energie in und durch mich fließen zu lassen, während ich sonst nichts weiter tue. Auch benutze ich sehr gerne eines der vielleicht ältesten Biofeedback-Instrumente, die sogenanten Gralstafeln von Chartres, um meine Gehirnhälften zu synchronisieren und meine Gedanken loszulassen.

Die Gralstafeln von Chartres

Tafeln von Chartres in Grün und Gelb (mein Favorit für Herz- und Solarplexus-Chakra)

Gralstafeln von Chartres in Grün und Gelb (mein Favorit, in den Farben von Herz- und Solarplexus-Chakra)

Die Chartres-Tafeln sind dem Grundriss der Kathedrale von Chartres entlehnte (Oder ist es vielleicht gar anders herum?) geometrische Figuren in unterschiedlichen Farben, die in zwei nebeneinander liegenden vertikalen Reihen angeordnet sind. Oben befindet sich je auf der linken, sowie auf der rechten Seite ein Rechteck, in der Mitte ein Quadrat und unten ein Kreis. Man benutzt die Gralstafeln, indem man so auf diese beiden Reihen schielt, dass in ihrer Mitte eine virtuelle dritte Reihe, die teils einen leicht 3-dimensionalen Charakter bekommt, entsteht. Dabei kann man zuerst die oben liegenden Rechtecke fokussieren und sie “anschielen”, bis ein drittes in iherer Mitte entsteht, danach das gleiche mit dem Quadrat in der Mitte und zuletzt mit dem unten gelegenen Kreis tun. Anschließend kehrt man mit dem Fokus zum Quadrat zurück, während man gleichzeitig auch auf das Rechteck und den Kreis achtet. Dabei stellt man fest, dass die Farben der Formen in der virtuellen Reihe von der einen (zum Beispiel Rot) zur anderen Farbe (zum Beispiel Blau) hin- und herwechselt. Man bleibt mit dem Fokus nun so lange bei einer Form, bis ihre Farbe der Mischfarbe (zum Beispiel Violett) der beiden anderen Farben entspricht und sich nicht mehr ändert. Man kann, vor allem dann, wenn man in dieser “Schielmeditation” schon geübt ist, auch gleich damit beginnen die Quadrate zu fokussieren und gleichzeitig auch auf Recktecke und Kreise zu achten. Mir gefällt diese einfache Biofeedback-Methode zur Synchronisation der Hirn-Hemisphären und dem Erzeugen von gedanklicher Stille sehr gut. Mehr über die Gralstafeln von Chartres kannst du zum Beispiel hier nachlesen.

Viel Spaß beim Üben und gute Fortschritte!🙂
gravityy

Quelle: In der Stille liegt die Kraft – Kontrolliere „deine“ Gedanken

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