Ihr seid alle Sünder

Die Sünde

Bei den Betrachtungen über den machtlosen Menschen kommt der Sünde eine wichtige Rolle zu.

Die Sünde ist außerordentlich praktisch, um Menschen zu beherrschen, um sie abhängig zu machen. Der Mechanismus, der dahinter steckt, ist einfach und seit Jahrtausenden bewährt:

Man erklärt den Menschen, „ihr seid alle Sünder.“ Somit haben sie ein schlechtes Gewissen. Und weil sie ein schlechtes Gewissen haben, sind sie manipulierbar. Das ist bei Erwachsenen so, und das ist bei Kindern so. Sobald jemand ein schlechtes Gewissen hat, bekommt man von ihm Dinge, die man sonst nicht bekommen würde. Der Trick geht jetzt so: man lässt ihn natürlich mit seinem schlechten Gewissen nicht allein. Man ist ja kein Unmensch. Man zeigt dem armen Sünder den Weg zu seiner Erlösung, den Weg zum Heil. Er braucht nur dieses oder jenes zu tun – oder zu bezahlen – und siehe da, seine Sünden sind weggenommen. Das geht oft ganz einfach und von schnell. Wichtig ist jetzt aber, das sich der Mensch trotzdem nicht sicher fühlt, sonst könnte es ihm zu wohl werden und er wäre nicht mehr so leicht kontrollierbar. Es geht also darum, ihm klar zu machen, dass die Sünde wie eine Drohung ständig über ihm schwebt. So ist er viel leichter manipulierbar.

Wörtlich hört sich das Ganze dann jeweils wie folgt an. Ein Berufener (von wem berufen?) erklärt der versammelten Menge mit feierlicher Stimme: „Ihr seid alle Sünder. Kommet zu mir (solange noch Zeit ist), ich zeige euch den Weg zur Erlösung von euren Sünden.“

Dieses Prinzip funktioniert tadellos. Weshalb geben so viele Menschen ihre Macht an andere Menschen? Und woher nehmen diese anderen Menschen das Recht, über Sünde und Nicht-Sünde zu entscheiden? Woher nimmt ein Mensch das Recht, über andere Menschen zu urteilen?

Die Sünde ist kein Naturgesetz. Sie ist eine reine Erfindung des Menschen mit dem Zweck, seine Mitmenschen zu beherrschen. Solange ein Mensch das mit sich machen lässt, wird er nie zu einem wirklich machtvollen Menschen.

Es geht hier nicht darum, die Sündenprediger zu verurteilen. Wer das Spiel mitmacht, ist selber verantwortlich; niemand zwing ihn dazu.

Positiv formuliert: lassen Sie sich von niemanden einreden, Sie seien ein Sünder. Fragen Sie sich vielmehr, was die Beweggründe dafür sein könnten, dass er aus Ihnen einen machtlosen Menschen machen will. Und fragen Sie sich bitte auch, wie die Sünde in ein Weltbild der christlichen Liebe hineinpassen könnte. Sie kann es nicht, weil sich bedingungslose Liebe und Sünde (Richten) gegenseitig ausschließen.

Lola-Prinzip, Rene Egli

Quelle: Die Sünde Bei den Betrachtungen über den… – Kristallwissen – Streben nach Licht

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