Es gibt kaum etwas, das dem westlichen Menschen so fehlt wie die Stille, kaum etwas, das ihm so schwer fällt, wie die Übung der Stille. Der Lärm hält uns in seinem Bann, der Lärm der Welt, aber mehr noch das innere Getön der uns bewegenden Sorgen, der unterdrückten Gefühle, Süchte und Sehnsüchte…

Wir haben mal ein Paar Momente der Stille für dich zusammengestellt…

Eines Tages kamen zu einem einsamen Mönch einige Menschen. Sie fragten ihn: „Was für einen Sinn siehst du in deinem Leben der Stille und der Meditation?“.
Der Mönch war mit dem Schöpfen von Wasser aus einem tiefen Brunnen beschäftigt. Er sprach zu seinen Besuchern:

„Schaut in den Brunnen. Was seht ihr?“

Die Leute blickten in den tiefen Brunnen: „Wir sehen nichts!“
Nach einer kurzen Weile forderte der Mönch die Leute wieder auf:

„Schaut in den Brunnen! Was sehr ihr jetzt?“

Die Leute blickten wieder hinunter: „Ja, jetzt sehen wir uns selbst!“
Der Mönch sprach: „Schaut, als ich vorhin Wasser schöpfte, war das Wasser unruhig. Jetzt ist das Wasser ruhig. Das ist die Erfahrung der Stille und der Meditation: Man sieht sich selber! Und nun wartet noch eine Weile.“

Nach einer Weile sagte der Mönch erneut: „Schaut jetzt in den Brunnen. Was seht ihr?“

Die Menschen schauten hinunter: „Nun sehen wir die Steine auf dem Grund des Brunnens.“
Da erklärte der Mönch: „Das ist die Erfahrung der Stille und der Meditation. Wenn man lange genug wartet, sieht man den Grund aller Dinge.“

Was für eine wunderbare Geschichte! Schlage auch du dem Stress gelegentlich ein Schnäppchen, in dem du dir regelmässig solche Momente der Stille gönnst!

[Bild: wind.gif]

Wer die Stille ertragen kann, ist niemals allein.
(Unbekannt)

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Auch wenn Stille manchmal schwer auszuhalten sein kann, so suchen wir dennoch immer wieder nach etwas, das uns heraus holt aus den Überdrehungen des Alltags, etwas, das uns innerlich belebt und zum Kern unseres Lebens weist. Dieses „Etwas“ finden viele Menschen in der Meditation. Es ist – formal gesehen – eine alltagstaugliche Verbindung von Elementen der Zen-Meditation mit Elementen der Taizé-Andachten. Eine Andachtsform, die auch mit Hilfe des bewussten Atems den Körper zur Ruhe kommen und den Geist Klarheit finden lässt, eine Andachtsform, die den spirituellen Zugang in das zutiefst Innere öffnen will – hin zum Göttlichen.

„Stille ist eine Quelle großer Stärke.“
Lao Tse

Es ist ein arbeitsreicher Tag und du wirst ohne Unterlass mit E-Mails, Anrufen, SMS, Nachrichten und Unterbrechungen jeglicher Art überhäuft. Der Lärm der Welt ist wie ein dumpfes Gedröhn, das jede Sekunde deines Lebens durchdringt.

Es ist eine Mordshetze, es zerrt an deiner Aufmerksamkeit –  so lange, bis dass du keine Kraft mehr hast, nicht mehr hinhören magst und kaum noch irgend etwas zustande bringst.

Dieser Lärm, dieses Gebrüll ist eine Krankheit. Es kann uns wirklich fertigmachen. Es stresst uns, wir fühlen uns niedergeschlagen, fressen den Frust in uns hinein, sind am Ende – erschlagen von den Aufs und Abs unserer technisierten Lebenswelten.

Doch es gibt ein ganz einfaches Gegenmittel: Stille.

Innehalten

Nimm dir eine Minute dieses geschäftigen Tages für diese kleine Übung: Setz dich still hin und schliesse die Augen. Nimm dir eine kurze Auszeit, inmitten all dessen, was du noch zu tun hast. Atme ein und atme aus; achte auf deinen Atem, wie er einströmt und ausströmt.

Sitze einfach still da, für etwa eine Minute.
Diese Stille mag dir wie Nichtstun erscheinen – und ja: Wir haben gelernt, dass das eine schlechte Sache ist. Wenn wir so was machen sind wir faul, passiv, es widerspricht unserer Arbeitsmoral. Und doch kann dieses einfache Nichtstun unsere Welt verändern. Stille beruhigt uns. Sie erschließt uns eine kleine Oase der Ruhe. In ihr können wir unsere Gedanken hören, sie erlaubt uns, unseren Atem wahrzunehmen, sie gibt uns den Raum, überhaupt mal wieder durchzuatmen. Sie ist das Gegengewicht gegen den Stress und die Ruhelosigkeit, die wir täglich wahrnehmen.

Die Kraft der Stille

Stille hat auch auf die uns umgebende Welt einen beruhigenden Effekt. Indem wir still werden, laden wir auch andere ein, runterzuschalten und aufmerksam zu werden. Unsere Ruhe beruhigt auch andere. Wir setzen den Rahmen für jene, die mit uns arbeiten und so möglicherweise auf andere Art mit uns in Kontakt treten.
Wenn wir in heilloser Eile und rastlos durchs Leben pflügen, stresst es andere und inspiriert sie, ebenso rastlos durchs Leben zu rasen. Stille hat den umgekehrten Effekt. Sie verlangsamt die Welt, erlaubt uns zu fokussieren, sie lädt uns ein zur Kontemplation, sie lädt uns zu den wesentlichen Dingen im Leben ein.
Es braucht Stärke Innezuhalten, wenn andere um uns herumeilen. Es braucht Mut anders zu sein, sich gegen die Strömung zu stellen. Doch wenn andere uns zunächst einmal seltsam finden, ist das in Ordnung. Manchmal sind es die Eigenartigen, die den größten Unterschied machen. Und bald schon, indem unsere Stille andere inspiriert, in ihre eigene Stille zu finden, werden wir nicht mehr länger die Seltsamen sein, denn es liegt Weisheit in unserem Handeln.
Es braucht Stärke Stille zu finden, wenn die Welt um uns herum ein Chaos von Aktivität ist. Doch es ist eine Stärke, die bereits in uns liegt, und wir brauchen sie nur zu finden. Paradoxerweise ist es gerade die Stille, die es uns ermöglicht, diese Stärke zu finden.

Sei still, schau nach innen, und sie wird dort sein.

Stille finden

Es ist ganz einfach, wirklich, und du brauchst noch nicht einmal mich, um dir das zu sagen: Um Stille zu finden, musst du dir nur die Zeit nehmen, still zu sitzen – an jedem Tag, an dem dir das möglich ist.
Finde eine Zeit am Morgen, wenn die Welt noch recht ruhig ist, um still zu sitzen. Tu nichts. Plane nicht deinen Tag, check nicht deine E-Mails, ess nichts.

Sitz einfach und lerne, es dir in der Stille wohl sein zu lassen.
Durch Übung finden wir uns nach und nach hinein und wir werden gut darin. Falls dir der Morgen nicht zusagt, suche dir eine Zeit während der Mittagspause oder nach der Arbeit oder am Abend.
Finde einen Ort, an dem du still sein kannst. Es kann ein Stuhl in deiner Wohnung sein, oder eine Veranda oder eine Ecke in deinem Schlafzimmer. Es kann eine Parkbank sein oder ein Strand oder ein Weg im Wald. Lass dies zu einem Ritual werden, dem du täglich entgegensiehst.
Von diesem kleinen Ort der Stille wird die Ruhe mit lindernder Kraft in den übrigen Tag ausstrahlen. Du wirst im Verlauf des Tages ruhiger sein und hier und da kleine Momente der Stille finden: Wenn du deinen Arbeitstag beginnst, wenn du dich hinsetzt und loslegst, wenn du deine Mahlzeit zu dir nimmst, wenn du Sport treibst, selbst inmitten einer Besprechung.
Übe dich in der Stille. Regelmäßig. Übe und lerne. Praktiziere Stille, und die Stille wird zu einer Leinwand, auf die du das Meisterwerk deines Lebens malen kannst.


hr

 

… Stille spricht …

Aus der Stille geboren … in Worte gefasste Impulse

Manchmal, wenn du ganz in dir ruhst, hörst du sie … die Stimme deiner Seele … sie spricht zu dir mit der Melodie deines Herzens Jedes Erdenwesen hat seine ganz eigene Melodie, und manchmal, wenn sich Herzen berühren, erklingt ein wunderbares Duett. Je mehr Herzen sich miteinander vereinen, desto berauschender ist der Klang der Symphonie, und aus der Stille entsteht ein gigantisches Werk vollkommender Harmonie …

ein jeder Ton verbindet alles zu einem Konzert des Friedens und der Liebe

Heimkehr zur Wurzel heißt: Stille. Stille heißt: Rückkehr zur Bestimmung. Rückkehr zur Bestimmung heißt: Ewigkeit. Erkennen des Ewigen heißt: Erleuchtung!

– Laotse, Tao Te King –

Quelle: Stille ist eine Quelle großer Stärke… – ☼ ✿ ☺ Informationen und Inspirationen für ein Bewusstes, Veganes und (F)rohes Leben ☺ ✿ ☼

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