BEWUSSTscout, Freiheit, MenschSEIN, SELBSTbestimmung

DER Weg zum MenschSEIN – Verurteilen und Bewerten

Richte und DU wirst gerichtet

Matthaeus 7
1Richtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdet. 2Denn mit welcherlei Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welcherlei Maß ihr messet, wird euch gemessen werden.…

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Vom (Ver-)Urteilen anderer…

Munter urteilen wir über andere drauflos, richten darüber, ob ein Verhalten gut oder schlecht ist, ob die Beziehung von Herrn Maier und Frau Müller moralisch vertretbar ist, oder ob die Kinder unserer Nachbarn eine gute Erziehung genießen oder eben nicht. Schlussendlich urteilen wir auch noch über uns selbst. All das führt unweigerlich zu Konflikten.

„Nicht steht mir zu, über eines anderen Leben zu urteilen!“ 

Hermann Hesse, Siddhartha

Der Mensch trägt ein zentrales Problem mit sich herum. Es handelt sich dabei um sein ständiges Urteilen über Gut und Böse. Wir urteilen über uns selbst, über andere Menschen und über Situationen. Das Problem daran ist folgendes: Was für den einen gut ist, ist für den anderen möglicherweise schlecht. Und schon ist der Konflikt programmiert. Das aufteilen in Gut und Böse hat nichts mit einem Naturgesetz zu tun. Es sind menschliche Moralvorstellungen, die sich im Verlaufe der Zeit ändern und die sogar von Region zu Region verschieden sind. Das Universelle daran ist: sie produzieren Konflikte. Konflikte im Menschen drin und Konflikte zwischen den Menschen. Damit ist natürlich auch die Basis gelegt für kriegerische Auseinandersetzungen.

Die Vertreibung aus dem Paradies

Woher kommt dieses Urteilen, dieses Aufteilen in Gut und Böse? Wir haben es in der Schule gelernt: Es ist die Geschichte von Adam und Eva. Es heißt dort, sie haben gegessen vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. Folgendes fällt hier auf: offenbar hat es vorher so etwas wie Gut und Böse nicht gegeben. Es ist also eine Existenzform denkbar, die weder Gut noch Böse kennt. Und wie diese Existenzform heißt, wird in der Geschichte von Adam und Eva gleich mitgeliefert. Es steht schon im Titel: Die Vertreibung aus dem Paradies. Der Zustand, in welchem nicht unterschieden wird in Gut und Böse, wird also hier ganz eindeutig mit „Paradies“ bezeichnet. Das Paradies ist nicht irgendein geographischer Ort oder etwas, das vielleicht in ferner Zukunft einmal erreicht werden kann, nein, das Paradies ist offenbar ganz schlicht und einfach ein Geisteszustand. Ein Zustand des Nichturteilens in Gut und Böse. Jeder Mensch könnte sich somit sofort ins Paradies kapitulieren, wenn er aufhören würde die Welt – und somit natürlich auch sich selbst – in Gut und Böse aufzuteilen.

Niemand hindert ihn an der Rückkehr ins Paradies – außer er selbst. Er wurde auch nicht aus dem Paradies vertrieben, wie im Titel erwähnt; schließlich hat er freiwillig vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse gegessen. Er hat sich also selbst aus dem Paradies hinauskatapultiert. Und dies ist ja gerade das Tröstliche an der Sache: da er sich selbst – durch sein Urteilen – aus dem Paradies verjagt hat, kann er auch selbst – durch sein Nichturteilen – wieder dahin zurückkehren.

Der Teufel steckt hier im Detail.

Jaja… das Paradies… ein Ort, eine Zeitspanne oder auch ein Bewusstseinszustand ohne Probleme und Konflikte. Der Vorteil dieser Idee ist, man könnte diesen Ort, diese Zeitspanne oder auch diesen Bewusstseinszustand – das Paradies! – wieder erreichen… würde der Mensch doch nur mit dem (Ver-)Urteilen aufhören können.

Wir sollten uns folgendes ganz klar vor Augen halten: Von genau dem Moment an, da wir mit dem Unterteilen in Gut und Böse begonnen haben, haben unsere Probleme begonnen.

Es gäbe keine Probleme, wenn man nicht urteilen würde. Das sollte man sich einmal ernsthaft und in aller Ruhe überlegen.

Das Problem an der Sache des Urteilens ist, was für den Maier gut ist, muss noch lange nicht für den Müller gut sein. Was der eine als gut ansieht, sieht der andere wiederum als schlecht an. Und schon haben wir den Konflikt. Jedes Urteilen führt zu Trennung und damit zu Konflikten unter den Menschen und jede Partei behauptet von sich das einzig Gute zu verkörpern.

Eine weitere Folge des Urteilens ist, dass wir uns über andere Menschen stellen. Wir zeigen mit dem Finger auf andere und fühlen uns als bessere Menschen. Das gibt uns ein angenehmes Gefühl von Überlegenheit und Wissen, was der andere aus unserer Sicht auf keinen Fall haben kann.

Urteilt die Natur?

Dieses Aufteilen in Gut und Böse ist eine rein menschliche Eigenschaft. Die Natur teilt nicht; die Natur richtet nicht. Stelle man sich vor, was geschehen würde, wenn die Sonne richten würde! Wenn die Sonne sagen würde, der eine hat jemanden umgebracht, deshalb erhält er heute keine Sonne; der andere war sehr hilfsbereit gegenüber seinen Mitmenschen und hat viel gespendet. Aus diesem Grund erhält er heute mehr Sonne. Könnte man sich das Chaos vorstellen, das dann entstehen würde? Wenn nicht, dann sollte man schauen, was der Mensch – durch sein Urteilen! – in der Welt angerichtet hat. Man sollte froh sein, dass wenigstens die Natur nicht urteilt.

Das kann man auch in der Bibel nachlesen:

Denn Gott lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.

(Matth. 5:44)


Wenn jeder vor seiner eigenen Tür fegen würde, dann wäre überall gefegt.

Besen


Willst du glücklich sein im Leben, trage bei zu anderer Glück, denn die Freude die wir geben, kehrt ins eigene Herz zurück.
oder
But the real way to get happiness is by giving out happiness to other people.
Robert Stephenson Smyth Baden-Powell, Gründer der Pfadfinderbewegung. (Scout)
(* 22. Februar 1857 in London; † 8. Januar 1941 in Nyeri, Kenia)

Wie alles begann

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