„Wie heißen Sie??“

„Bei uns, da heißt man nicht, das ist man.“

„Sie sind ein Staatenloser!!!!“

„Was is los?“

„Wie sind Sie hier hergekommen?“

„Durch Konzentration.“


„DER HERR VOM ANDEREN STERN“ aus dem Jahre 1948 ist ein fantasiereicher, teilweise surrealistischer deutscher Spielfilm des Science-Fiction-Genres, der seiner Zeit gut zwanzig Jahre voraus war. Er repräsentiert das erste selbst produzierte Filmwerk des Komikers Heinz Rühmann, der auch die Hauptrolle innehat. Man zeigt in diesem Streifen sowohl die Absurdität als auch die Inhumanität des Systems in Politik, Militär und Showbusiness. Ein Politiker lässt beispielsweise die Reichsparteitage des dritten Reiches wieder zu neuem Leben erwecken. Seine Ansprache erinnert in gewisser Weise an den „Großen Diktator“ von Charly Chaplin.

Kurze Inhaltsangabe:

Ein Wesen reist allein mit Geisteskraft durch den Weltraum, doch als er seiner Antriebsenergie verlustig geht, kommt es zu einer unvorhergesehen Landung auf der Erde. Die Menschen sehen in dem „Herrn vom anderen Stern“ eine unberechenbare Gefahr, da er sich von herausragender Intelligenz erweist, doch auch Gesetzesbrecher betrachten ihn als potentielles Mittel zum Zweck. Dabei will er lediglich zurück ins All, um sich von all den irdischen Problemen, mit denen er nichts zu tun haben will, wieder loszulösen…


Manche Themen sind immer aktuell. So auch dieser Film von Heinz Rühmann, auf den ich wieder aufmerksam machen möchte.

Hier einer der unbekannten Filme von Heinz Rühmann, „Der Herr vom Anderen Stern“. Es ist eine Eigenproduktion der von ihm gegründeten Comedia Film GmbH.

„Rühmann wollte wie Chaplin 1940 in seinem ersten Dialogfilm „The Great Dictator“ die Stimme des Stars erheben, die individuelle, unverwechselbare Stimme des Künstlers als privater Mann. Er wünschte Seinem Publikum eine persönliche Botschaft mit auf den Weg zu geben, die seine eigene Meinung Ausdrückte. Der Stellvertreterpolitiker und Volkspädagoge im historischen Zwischenraum lässt den vorgeschriebenen Text der Fortschrittspartei hinter sich, spricht jetzt mit der gewohnten Rühmann-Stimme und appelliert an sein Publikum:

„Na, wie finden Sie denn die Rede? Also, ich muss sagen, dass mir soviel dummes Zeug auf einen Haufen noch nicht untergekommen ist. Dir Rede ist nämlich gar nicht von mir, man hat mich nur gezwungen sie abzulesen. Hat mir Spaß gemach. Ich wollte mal ausprobieren, wieviel Unsinn man reden kann, ohne dass es auffällt. Und ich muss feststellen, man kann sehr weit gehen in diesem Punkt. Übrigens möchte ich mich berichtigen: Die Ideale des Herrn Vorsitzenden sind nicht die meinen. Und mit dem Geiste des Universums hat dieser Rummel hier überhaupt nichts zu tun. Aber besonders billig war das Gerede über Glück und Freiheit. Glück und Freiheit, so was kann man doch nicht anordnen, organisieren, dafür muss man begabt sein. Und jeder muss sich soviel wie möglich darum kümmern. Denn die Partei hat kein Interesse daran, und der Staat hat kein Interesse daran.“

Niemals zuvor war der Star seinem Publikum pädagogisch so nahe getreten, niemals zuvor in seinen 51 Spielfilmen hatte Rühmann einen derartigen Appel „verfasst“ Damit wich Rühmann zwar entschieden von der Erfolgslinie seiner Filmcharaktere ab, die nie mit die mit dieser Ernsthaftigkeit Politik im öffentlichen Raum betrieben hatten, andererseits bestätigte er mit seinem Rollenbruch, dem Sprung aus der Rolle, gerade die Identität seiner vertrauten Filmhelden. Der Kern seiner Rede entzieht der Politik die politischen Ziele „Glück und Freiheit“ und weist sie der Verantwortungssphäre jedes einzelnen zu.

Mit dem Hinweis auf das Desinteresse der „Partei“ und des Staates an dem Glück und der Freiheit des einzelnen negiert Rühmanns Rede hier den Unterschied zwischen einem totalitären und einem demokratischen Staat überhaupt. Diese Stimme traut keiner Verfassung und erwartet auch nichts für sich von einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft.“

Auszug aus Thorstens Körner „Der Kleine Mann als Star: Heinz Rühmann und seine Filme der 50er Jahre“

Dieser Film hat bis heute an Aktualität nicht eingebüßt. Die Funktionsweise des Systems war dem Filmstar Heinz Rühmann, wie auch Charlie Chaplin sehr gut bekannt und bewusst. Beide Künstler hatten nach der Veröffentlichung ihrer Werke massive Probleme. Leider verstanden damals die Zuschauer seine Botschaft nicht.

Die öffentliche Vorführung diese Films wurde von den Alliierten verboten.

Ganzer Film

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