Der Tradition nach bin ich eher wie Ramana. Er hat niemals Schüler angenommen. Er zerstörte von Anfang an alle Beziehungen, einschließlich der von Meister und Schüler. Er sagte, dass das unmöglich ist. Wie können da zwei sein? Wie kann es einen geben, der weiß und einen anderen, der nicht weiß? Nenne es einfach gute Gesellschaft. In guter Gesellschaft gibt es keinen Meister und keinen Schüler. In guter Gesellschaft gibt es nur das Selbst, hier geht „Ich“ zu „Ich“. Es gibt also keinen Meister und keinen Sklaven, und niemand weiß mehr als der andere.

Ich sage nur, was Ramana oder Nisargadatta sagen würden. Ich würde es nicht einmal als gute Gesellschaft bezeichnen. Du kannst sagen, dass schlechte Gesellschaft da ist, wo es um Ebenen geht, da gibt es jemanden, der mehr weiß als der  andere – relativ mehr oder weniger. In guter Gesellschaft geht es von „Ich“ zu „Ich“ das Absolute zum Absoluten – Selbst spricht. Es ist also nicht so, dass du weniger bist als ich oder dass ich mehr weiß als du, und dass ich eine Ebene des Gewahrseins erreicht habe, die du noch erreichen musst oder dass ich dir etwas zeigen kann. Es gibt keinen Weg und nichts zu erreichen.

aus: Karl Renz: „Worry And Be Happy“

Ha, das gefällt mir, was der Karl da sagt. „Es ist also nicht so, dass du weniger bist als ich oder dass ich mehr weiß als du, und dass ich eine Ebene des Gewahrseins erreicht habe, die du noch erreichen musst oder dass ich dir etwas zeigen kann.“ Ach Gott, es gibt unendliche viele Leute, die mehr wissen als ich oder die schlauer sind. Aber das ist es ja nicht, worum es dem Karl hier geht. Es geht ihm einzig und allein darum, allen hochheiligen Bescheidwissern ihre falschen Zähne zu ziehen. Die spielen halt gern ihr Lieblingsspiel: „Ich sehe was, was du nicht siehst – und das ist unsichtbar.“ Damit hab ich sie alle im Sack. Jetzt kann mir keiner mehr ans Bein pinkeln. Ich weiß was und du Doofkopp nicht!

Ramana, Nisargadatta, Karl Renz und manche andere hatten keinen Bock, dieses doofe Spiel zu spielen. Es gibt nichts Uninteressanteres, als da oben zu sitzen und angehimmelt zu werden oder da unten zu sitzen und jemanden anzuhimmeln. Ich kenne niemanden, der damit so souverän gespielt hätte wie Osho. Mann, wurde der angehimmelt, und Mann hat er sich darüber und über sich selbst lustig gemacht.

Was bleibt denn, wenn es keinen Weg und nichts zu erreichen gibt? Dann kann man sich nur noch schlapp lachen.

Ich wünsche uns allen ein sehr vergnügliches Wochenende!

Quelle: Karl Renz: Es gibt keinen Weg und nichts zu erreichen | nit möööglich!

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