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Das Problem Jugendamt


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Das Problem Jugendamt
Die Politik muss umdenken!

Die Zahl der sogenannten Inobhutnahmen durch Jugendämter ist in den letzten 5 Jahren um über 30 Prozent gestiegen. Bei den ganz Kleinen unter 6 Jahren haben die Inobhutnahmen sogar um über 75 Prozent zugenommen. Die Eingriffsschwelle ist inzwischen deutlich zu niedrig, präventive Hilfen kommen dagegen viel zu kurz und sind nicht wirkungsvoll genug.
Quelle: Statistisches Bundesamt

Der öffentliche Druck und die Berichte über spektakuläre Misshandlungs- und Verwahrlosungsfälle führen dazu, dass die Jugendämter inzwischen viel zu schnell und voreilig Herausnahmen von Kindern durchführen. Die Zahl der Inobhutnahmen und Sorgerechtsentzüge ist dramatisch angestiegen.

Das lässt sich nicht mehr durch einen Anstieg der Fälle von Verwahrlosung erklären. Das lässt sich nur noch damit erklären, dass die Jugendämter lieber ein Kind mehr wegnehmen als eines zu wenig.

Die Folge ist, dass die Definition dessen, was unter einer Kindeswohlgefährdung verstanden wird, immer voraussetzungsloser wird, weil jede Herausnahme mit einer Kindeswohlgefährdung gerechtfertigt werden muss. Dann werden plötzlich schon Probleme in der Schule, die man als alleinerziehende Mutter nicht sofort in den Griff bekommt, als Kindeswohlgefährdung definiert. Das bedeutet auch, dass der staatliche „Wächteranspruch“ den Eltern immer mehr erzieherische Perfektion abverlangt. Damit wächst auch der Druck auf Eltern und Kinder. Statt aber wirkungsvolle Hilfen zu leisten und Familien +31% und v.a. auch Alleinerziehende wirklich zu unterstützen, ist man sehr schnell dabei, den Eltern die Kinder einfach wegzunehmen.
Quelle: Statistisches Bundesamt

Jugendämter müssen kontrolliert werden!

Es fehlt ein strukturelles Korrektiv gegen die Deutungsmacht von sogenannten „Experten“ in solchen familienrechtlichen und -gerichtlichen Angelegenheiten. Deswegen gibt es keine wirksame Kontrolle von behördlichen oder gerichtlichen Entscheidungen. Bei mir wurde das an zwei Stellen besonders deutlich:

Sowohl das Amtsgericht als auch das Kammergericht, bei dem ich Beschwerde eingelegt hatte, bezogen sich in ihren Begründungen zum Sorgerechtsentzug fast ausschließlich auf ein einziges Gutachten von „Experten“ und übernahmen deren Empfehlung eins zu eins, obwohl sie weder in der Lage waren, eine Diagnose zu stellen, noch vor Gericht gehört wurden.

Damit entschied die Meinung von zwei „Experten“ in einem einzigen Gutachten über das Schicksal meiner Tochter und mir. Das Mindeste wäre, dass zwei unabhängige Gutachten eingeholt werden, und dass sich die Gerichte auch unabhängig davon versuchen, tatsächlich selbst ein Bild zu machen. Bei den Gerichtsverfahren, die ich führte, wurden weder mein Ex-Mann, noch der erwachsene Bruder meiner Tochter, noch die Kinderärztin, noch mein Hausarzt befragt. Aus Sicht der Gerichte scheint es rational im Sinne von kosten- und zeiteffizient zu sein, ein Gutachten in Auftrag zu geben und sich die gutachterliche Interpretation zu eigen zu machen. Faktisch ist das aber eine Verlagerung von Entscheidungen auf nicht legitimierte Sachverständige, gegen deren Interpretation eines Sachverhalts kein Korrektiv existiert.

Das Jugendamt verlässt sich in Fragen des Umgangs zunehmend auf die Deutung der pädagogischen „Experten“ des Kinderheims, in dem meine Tochter untergebracht ist. Damit erhält aber ein Akteur in dieser Konstellation an Deutungshoheit, der ein eigenes Interesse +76% verfolgt, das vom Wohl meiner Tochter unabhängig ist. Das Eigeninteresse des Heims besteht notwendigerweise darin, meine Tochter möglichst lange zu behalten, häufige Wechsel in den Kindergruppen zu vermeiden und ihre Finanzierung möglichst dauerhaft zu sichern.

Daraus folgt auch, dass das Heim kein Interesse hat, mich und meine Tochter wieder zusammenzuführen. Im Gegenteil: In meinem Fall erweist sich zunehmend das Heim als treibende Kraft, die auf eine möglichst große Entfernung zwischen mir und meiner Tochter hinarbeitet.

Das Jugendamt wiederum gründet seine Umgangsentscheidungen auf die Legitimationslogik, dem scheinbaren professionellen Sachverstand der Heimpädagogen zu folgen.

Das Jugendamt beruft sich auf diesen pädagogischen „Sachverstand“, um seine Entscheidungen zu legitimieren, verhilft damit aber nicht unparteiischen, sondern klar eigeninteressegeleiteten Deutungen zu behördlicher Verbindlichkeit. Die Folge ist, dass die Umgangsentscheidungen des Jugendamts keineswegs notwendigerweise dem Kindeswohl entsprechen, sondern diesem ggf. sogar zuwiderlaufen.

Es sind Menschen, die als „Fachkräfte“, Richter oder sonstige Beteiligte in der Kinder- und Jugendhilfe tätig sind. Menschen konstruieren sich ihre Wirklichkeiten. Objektive Wirklichkeiten gibt es nicht. Menschen machen Fehler und unterliegen Irrtümern. Trotzdem haben einige wenige Menschen extreme Entscheidungsgewalt als Vertreter des Staates gegenüber Kindern und Familien – ohne dass sie einer ausreichenden institutionell verankerten, also strukturell angelegten Kontrolle unterliegen würden. Je zentraler die Rolle menschlicher Akteure ist – und das ist sie hier – desto wichtiger ist wirksame Kontrolle.

Und desto entscheidender ist ihre Qualifizierung. An beidem fehlt es. Wenn Beamte in Behörden willkürlich hin und her versetzt werden – vom Gartenbau- ins Jugendamt – kann Jugendhilfe nur schief gehen!

Eingriffsschwellen erhöhen, auf Rückführung hinarbeiten!

Die Eingriffsschwellen sind viel zu niedrig geworden. Statt Familien angemessene Hilfen anzubieten, ist es für Jugendämter scheinbar „einfacher“, Kinder aus ihren Familien herauszureißen. Der Rechtfertigungsdruck durch Medien und Öffentlichkeit ist größer, wenn Kinder Schaden nehmen und nicht zuvor in Obhut genommen wurden, als wenn Kinder ungerechtfertigt aus ihren Familien genommen werden. Das ist ein grundlegendes Problem, dass bei allen Beteiligten – den Jugendämtern, der Gesellschaft, den Medien und der Politik – endlich zu einem fundamentalen Umdenken führen sollte.

Denn die verheerende Folge sind massive ungerechtfertigte Eingriffe in die Grundrechte vieler Kinder und Eltern. Die Fachliteratur der Jugendhilfe sagt ganz klar, dass es zum Beispiel nicht sein darf, dass Kinder die Tatsache, dass sie bei einer alleinerziehenden Mutter aufwachsen, ein Grund für eine Herausnahme sein darf. Im Gegensatz dazu hat zum Beispiel das Familiengericht, das mir das Sorgerecht entzogen hat, in seiner Urteilsbegründung gesagt, meine Tochter habe „das Recht, Familie zu erleben“. Das ist eine klare Kompetenzüberschreitung sowohl des Gerichts als auch des Jugendamts.

Mehr noch: Statt darauf hinzuwirken, dass gerade in den zunehmenden Fällen, in denen der Herausnahme keine Verwahrlosung oder Misshandlung des Kindes zugrunde lag, eine Rückführung zu den Eltern möglichst rasch in die Wege geleitet wird, unterbindet man systematisch Schritt für Schritt die Kontakte und entfremdet Eltern und Kinder auch in diesen Fällen systematisch immer mehr voneinander.

Eigene Fehler einzugestehen kommt für Mitarbeiter der Jugendämter nicht in Frage. Ich musste zunehmend den Eindruck gewinnen, dass niemand mehr daran arbeitete, dass meine Tochter wieder zu mir zurückkommt, obwohl sie sich das sehnlichst wünscht. Meine Tochter protestierte weiter gegen die Heimunterbringung, hatte Wutausbrüche wie nie zuvor und nach wie vor die bekannten Probleme in der Schule – und wollte unbedingt wieder zu mir zurück. Statt auf aber auf eine Rückführung hinzuarbeiten, wird das Kind völlig unverhältnismäßig mit immer mehr Psychologen und Psychiatern drangsaliert.

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